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Verschiedene Arten von Aufzügen für den Fassadenzugang (und wie man den richtigen auswählt)

Verschiedene Arten von Aufzügen für den Fassadenzugang (und wie man den richtigen auswählt)

Verschiedene Arten von Aufzügen für den Fassadenzugang (und wie man den richtigen auswählt)

Nicht alle Aufzüge, die für Fassadenarbeiten eingesetzt werden, dienen demselben Zweck. Einige sind darauf ausgelegt, kurzfristige Zugangsprobleme während der Bauphase zu lösen. Andere sind so konzipiert, dass sie den gesamten Wartungszyklus eines Gebäudes über Jahrzehnte hinweg unterstützen. Für Architekten, Ingenieure und Bauherren ist das Verständnis dieses Unterschieds der eigentliche Ausgangspunkt für eine korrekte Spezifikation.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Arten von Aufzügen für den Fassadenzugang, von temporären mobilen Arbeitsbühnen bis hin zu fest installierten Systemen. Außerdem wird erläutert, wie man die richtige Lösung basierend auf Gebäudehöhe, Fassadenkomplexität, Wartungshäufigkeit und gesetzlichen Anforderungen auswählt.

Welche temporären und permanenten Fassadenzugangssysteme werden bei Bauprojekten eingesetzt?

Fassadenzugangssysteme lassen sich im Allgemeinen in zwei Kategorien einteilen: temporäre, hängende Zugangsvorrichtungen, die während der Bauphase verwendet werden, und permanente Fassadenzugangssysteme, die für die langfristige Gebäudeinstandhaltung konzipiert sind. Die geeignete Lösung hängt von der Gebäudehöhe, der Fassadengeometrie, der Zugangsfrequenz und den gesetzlichen Anforderungen ab.

Temporäre Zugangsvorrichtungen für Bau- und Fassadenarbeiten

Zu den temporären Aufzügen, die gemeinhin als mobile Hubarbeitsbühnen (MEWPs) bezeichnet werden, gehören Teleskopbühnen, Scherenhebebühnen und Mastkletterbühnen. Diese Systeme sind nicht am Gebäude befestigt. Sie werden für bestimmte Aufgaben eingesetzt und nach Abschluss der Arbeiten wieder entfernt.

Sie sind kostengünstig für Bauarbeiten und kurzfristigen Zugang. Aufgrund ihrer begrenzten Reichweite, der Abhängigkeit von der Aufstellung am Boden und der Windanfälligkeit eignen sie sich jedoch nicht für die routinemäßige Instandhaltung an mittelhohen und hohen Gebäuden.

  • Ausleger- und Scherenhebebühnen: Temporäre mobile Zugangsvorrichtungen wie Ausleger- und Scherenhebebühnen werden häufig bei Bauarbeiten und kurzfristigen Fassadenarbeiten an Flachbauten eingesetzt. Diese Systeme sind jedoch durch Höhe, Reichweite, Windanfälligkeit und Anforderungen an den Zugang vom Boden aus eingeschränkt, was sie für die langfristige Fassadenwartung an Hochhäusern weniger geeignet macht.
  • Mastkletterbühnen: Mastkletterbühnen sind temporäre Zugangssysteme, die vor allem bei Bauarbeiten, umfangreichen Fassadensanierungen, Mauerwerksreparaturen, der Montage von Verkleidungen und aufwendigen Instandsetzungsarbeiten zum Einsatz kommen. Sie werden an am Gebäude verankerten Mastkonstruktionen montiert und bieten große Arbeitsplattformen, die mehrere Arbeiter, Werkzeuge und Materialien tragen können.

Mastkletterbühnen unterliegen der Norm EN 1495, können eine Höhe von über 100 m erreichen und werden häufig für Projekte eingesetzt, die einen erweiterten vertikalen Zugang und effizienten Materialtransport erfordern. Es handelt sich jedoch um temporäre Systeme, die speziell für Bauvorhaben oder groß angelegte Fassadensanierungsprojekte errichtet werden und nicht für die routinemäßige Fassadeninstandhaltung an bewohnten Gebäuden vorgesehen sind.

Permanente Fassadenzugangssysteme

Sobald ein Gebäude fertiggestellt ist, sind temporäre Aufzüge für die routinemäßige Instandhaltung nicht mehr praktikabel. Permanente Fassadenzugangssysteme werden in die Gebäudestruktur integriert und sind so konzipiert, dass sie während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes einen sicheren und effizienten Zugang gewährleisten.

Diese Systeme sind keine Standardlösungen. Sie werden individuell an die Gebäudegeometrie, die Dachkonfiguration und bauliche Gegebenheiten angepasst. Außerdem müssen sie wichtige Normen wie EN 1808, OSHA 1926 sowie CAN/CSA-Z271 und CSA Z91 erfüllen.

BMU-configurations

  • Gebäudewartungsanlagen (BMUs): Eine Gebäudewartungsanlage ist ein fest installiertes, auf dem Dach montiertes System, bei dem eine Arbeitsplattform an einem motorisierten Ausleger aufgehängt ist, wodurch ein uneingeschränkter Zugang zur Fassade ermöglicht wird.

Facade Access Solutions bietet drei BMU-Konfigurationen an:

  • Kompakte BMUs für einfache Fassaden und begrenzten Platz auf dem Dach
  • Modulare BMUs für komplexe Geometrien und höhere Belastungsanforderungen
  • Maßgeschneiderte BMUs für einzigartige Strukturen, extreme Höhen oder beengte Dachflächen

Kompakte BMUs sind in der Regel für Gebäude bis zu einer Höhe von ca. 150 m ausgelegt. Modulare BMUs erweitern den Einsatzbereich auf ca. 300 m. Maßgeschneiderte mehrstufige BMUs mit Trommelhubwerk sind für Superhochhäuser konzipiert. Marken der Alimak Group haben Systeme für wegweisende Projekte geliefert, darunter den Burj Khalifa (828 m), Merdeka 118 (679 m) und den Shanghai Tower (632 m).

Sicherheit ist vollständig in die Systemkonstruktion integriert. Die Arbeitskörbe sind in der Regel an einem Arbeitsseil sowie einem unabhängigen zweiten Sicherheitsseil an jedem Aufhängepunkt aufgehängt – ein doppelt aufgehängter Arbeitskorb verfügt somit üblicherweise über vier Seile (zwei Arbeitsseile + zwei Sicherheitsseile). Die genaue Konfiguration hängt von der Länge des Arbeitskorbs, der Tragfähigkeit (SWL) und den Redundanzvorschriften der EN 1808 ab.

Davit-Systeme und motorisierte Davit-Laufwagen

Davit-Systeme bieten eine kostengünstige Lösung für den dauerhaften Zugang unter Verwendung von festen Dachaufstellungen und tragbaren Davit-Armen.

Im Betrieb dreht sich der Davit-Ausleger über die Brüstung, während eine hängende Plattform über ein Laufkatzensystem entlang des Auslegers fährt.

Motorisierte Davit-Laufwagen verbessern die Effizienz, indem sie sich entlang eines Dachschienensystems bewegen. Dies macht manuelles Umpositionieren überflüssig und ermöglicht einen schnelleren Einsatz an größeren Gebäuden. Diese Systeme können Bauwerke bis zu einer Höhe von 200 Metern bedienen.

Davit-Systeme unterstützen zudem verschiedene Konfigurationen, darunter Arbeitskäfige und Bosun-Sitze, wodurch sie an unterschiedliche Wartungsaufgaben angepasst werden können.

  • Einschienenbahnen: Einschienenbahnen sind für Gebäude mit komplexer Geometrie konzipiert, einschließlich Nischen, Überhängen und verglasten Atrien. Eine fest installierte Schiene folgt dem Profil des Gebäudes, sodass sich die Arbeitsbühnen präzise entlang der Fassade oder der Innendecke bewegen können. Die Systeme können Kurven, Ecken und Kreuzungen bewältigen, wobei Drehscheiben Richtungswechsel in beengten Bereichen ermöglichen. Sie eignen sich besonders gut für die Wartung von Innenverglasungen, bei denen ein Zugang von außen nicht möglich ist. Da sie sich nahtlos in die architektonische Gestaltung integrieren lassen, sind sie eine bevorzugte Lösung für moderne gewerbliche Gebäude.
  • Selbstangetriebene Hängebühnen (Cradles): Selbstangetriebene Hängebühnen arbeiten unabhängig von einer auf dem Dach montierten Maschine. Sie werden an Davits aufgehängt und mithilfe integrierter Seilzüge über die Gebäudekante abgesenkt. Diese Systeme sind ideal, wenn eine vollständige BMU nicht realisierbar ist oder die Anforderungen an die Reichweite begrenzt sind. Sie bieten in der Regel Platz für ein bis drei Bediener und können in modularen Längen konfiguriert werden.

Wie wählt man den richtigen Aufzugstyp für ein Fassadenprojekt aus?

Die Auswahl des richtigen Fassadenzugangssystems ist keine Entscheidung, die von einer einzigen Variable abhängt. Sie erfordert eine strukturierte Bewertung der Gebäudehöhe, der Fassadengeometrie, der Zugangsfrequenz und der gesetzlichen Auflagen. Jeder Faktor beeinflusst nicht nur die Art des Systems, das installiert werden kann, sondern auch, wie effektiv es über den Lebenszyklus des Gebäudes hinweg funktionieren wird.

Eine Lösung, die in der Planungsphase kostengünstig erscheint, kann nach Inbetriebnahme des Gebäudes zu betrieblichen Ineffizienzen, erhöhtem Arbeitsaufwand oder Compliance-Risiken führen. Aus diesem Grund sollte die Systemauswahl als Teil der langfristigen Anlagestrategie des Gebäudes betrachtet werden und nicht als kurzfristige Baentscheidung.

In der Praxis bedeutet dies, zu bewerten, wie das System im Laufe der Zeit genutzt wird, und nicht nur, wie es installiert wird. Gebäude mit komplexen Geometrien oder häufigen Wartungszyklen profitieren von vollständig integrierten Systemen, die die Einrichtungszeit verkürzen und die Zugangsbeständigkeit verbessern.

Gleichzeitig müssen gesetzliche Anforderungen wie die Ankerplatzierung und die Tragfähigkeit frühzeitig in die Konstruktion einbezogen werden. Die Einbindung von Fassadenzugangsspezialisten während der Planungsphase stellt sicher, dass das ausgewählte System technisch realisierbar, konform und auf langfristige Betriebseffizienz ausgerichtet ist.

Gebäudehöhe und Komplexität

Die Gebäudehöhe bildet die Grundlage für die Auswahl des geeigneten Zugangssystems. Bei Gebäuden bis zu einer Höhe von etwa 15 bis 18 Metern können mobile Hubarbeitsbühnen wie Teleskop- oder Scherenhebebühnen für den Zugang während der Bauphase und für leichte Wartungsarbeiten ausreichend sein.

Sobald ein Gebäude diesen Bereich überschreitet und insbesondere bei regelmäßig genutzten mittelhohen oder hohen Gebäuden, wird ein fest installiertes Fassadenzugangssystem erforderlich.

Die Komplexität muss neben der Höhe bewertet werden. Ein sechsstöckiges Gebäude mit tiefen Einbuchtungen, abgestuften Rücksprüngen oder Überhängen erfordert möglicherweise eine Einschienenbahn oder eine maßgeschneiderte BMU, während dies bei einem höheren Gebäude mit flacher Fassade nicht der Fall sein muss. Sowohl Höhe als auch Geometrie müssen gemeinsam bewertet werden, um einen vollständigen und sicheren Zugang zu gewährleisten.

Fassadengeometrie

Die Fassadengeometrie bestimmt, wie der Zugang gestaltet werden muss, sobald der Systemtyp grob definiert ist. Eine flache Fassade mit einer durchgehenden Brüstung ist die einfachste Konfiguration und kann in der Regel mit einer kompakten BMU bedient werden, die auf einem horizontalen Schienensystem läuft.

Diese Konfiguration ermöglicht eine effiziente Abdeckung bei minimaler Systemkomplexität.

Wenn die Geometrie komplexer wird, müssen sich die Zugangs-Lösungen anpassen. Kurven, Überhänge, Rücksprünge, Lamellen und Aussparungen erfordern Systeme, die diese Merkmale sicher erreichen oder ihnen folgen können, darunter Teleskopausleger, Gelenkplattformen oder gebogene Schienen.

Für Innenhöfe oder geschlossene Räume sind oft Einschienenbahnen erforderlich. Sobald die Geometrie geklärt ist, besteht der nächste Schritt darin, zu definieren, wie häufig das System genutzt werden soll.

Erforderliche Zugangsfrequenz

Die Häufigkeit der Fassadenwartung wirkt sich direkt auf die Systemauswahl und die langfristige Effizienz aus. Für Gebäude, die nur ein- oder zweimal im Jahr zugänglich gemacht werden müssen, ist ein Davit-System in Kombination mit einer selbstangetriebenen Arbeitsbühne oft die wirtschaftlichste dauerhafte Lösung.

Diese Systeme sind leicht, erfordern nur minimale Infrastruktur auf dem Dach und sind optisch kaum wahrnehmbar, wenn sie nicht in Gebrauch sind.

Für Gebäude mit häufigen Wartungszyklen, wie regelmäßige Reinigungen oder Inspektionen, bietet ein vollständig schienengeführtes BMU-System eine höhere Effizienz. Es reduziert die Rüstzeit, macht manuelles Umpositionieren überflüssig und ermöglicht eine schnellere, gleichmäßigere Abdeckung.

Im Laufe der Zeit kann eine höhere Anfangsinvestition zu niedrigeren Betriebskosten führen. Sobald der Betriebsbedarf definiert ist, bestimmen die Compliance-Anforderungen, was umgesetzt werden kann.

Einhaltung von Vorschriften und Normen

Die Einhaltung von Vorschriften ist eine strukturelle Anforderung, die sich direkt darauf auswirkt, welche Systeme spezifiziert und installiert werden können. Zu den wichtigsten Normen gehören EN 1808, OSHA 29 CFR 1926 sowie CAN/CSA-Z271 und Z91, neben lokalen Vorschriften je nach Projektstandort.

Diese Vorschriften definieren Sicherheitsanforderungen, Konstruktionsparameter und betriebliche Einschränkungen für Fassadenzugangsausrüstung.

Bei Gebäuden über 40 Meter müssen bei Verwendung von Hängebühnen Zwischenverankerungen in die Fassade integriert werden. Diese Anforderungen müssen bereits bei der Planung berücksichtigt werden, da eine nachträgliche Anpassung komplex und kostspielig ist.

Eine ordnungsgemäße Planung stellt sicher, dass die Systeme konform, sicher und auf die langfristige Gebäudeperformance abgestimmt sind.

Sie sind sich nicht sicher, welches System für Ihr Gebäude das richtige ist?

Facade Access Solutions unterstützt Projektteams durch einen IDS-gesteuerten Ansatz, der die Anforderungen an den Fassadenzugang frühzeitig in den Gebäudeplanungsprozess integriert.

Mit weltweit über 16.000 installierten Systemen und Ingenieurteams in allen wichtigen Regionen bietet das Unternehmen integrierte Planungsunterstützung (IDS) von der Konzeptentwicklung und Systemspezifikation bis hin zur Installation und langfristigen Lebenszyklusbetreuung.

Das Portfolio umfasst BMUs, Davit-Systeme, Monorails, selbstangetriebene Hängebühnen und Absturzsicherungssysteme und gewährleistet so koordinierte Fassadenzugangs-Lösungen für eine Vielzahl von Gebäudetypen und Wartungsanforderungen.

Kontaktieren Sie das Team, um Ihre Anforderungen an den Fassadenzugang zu besprechen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer BMU und einem Davit-System?

Eine BMU ist ein vollständig integriertes, auf dem Dach montiertes System, das den Fassadenzugang über das gesamte Gebäude hinweg automatisiert. Ein Davit-System basiert auf festen Sockeln und beweglichen Armen, was während des Betriebs mehr manuelle Einrichtung und Neupositionierung erfordert.

Welche temporären Fassadenzugangssysteme werden üblicherweise während der Bauphase eingesetzt?

Temporäre Hängebühnen und Mastkletterbühnen werden üblicherweise während der Bauphase, bei der Fassadenmontage und bei Sanierungsprojekten eingesetzt, bevor permanente Fassadenzugangssysteme in Betrieb genommen werden.

Welche Vorschriften gelten für Fassadenzugangsanlagen in gewerblichen Gebäuden?

Normen wie EN 1808, OSHA-Vorschriften und CSA-Codes definieren je nach Region die Sicherheits-, Konstruktions- und Betriebsanforderungen für Fassadenzugangssysteme.

Woher weiß ich, welcher Typ eines permanenten Systems der richtige ist?

Das richtige System hängt von der Gebäudehöhe, der Fassadengeometrie und der Wartungshäufigkeit ab. Eine frühzeitige Beratung durch einen Spezialisten stellt sicher, dass das System ordnungsgemäß in die Gebäudeplanung integriert wird.

Können Fassadenzugangssysteme an bestehenden Gebäuden nachgerüstet werden?

Ja, aber eine Nachrüstung erfordert eine detaillierte statische Begutachtung. Tragfähigkeit, Verankerungspunkte und Konformitätsanforderungen müssen vor der Installation sorgfältig geprüft werden.

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